Der letzte Tag

21. Teyember 1025, Das Jahr Aquem

Den heutigen Tag brachen wir früh an um bald möglich ablegen zu können. Nur fix ein Karren zurück nach Norrford nehmen und dann sind wir wieder auf Kurs. Doch das sollte uns nicht so leicht glingen.

Ein Bote der Weltreise fing uns ab, um uns die neuesten Informationen für die Weiterreise zu überbringen. Die Predacésso befindet sich nun nicht mehr in Norrford sondern in Sagaslot und wir müssten über den Landweg in die südliche Stadt reisen. Uns standen mindesten eine, wenn nicht sogar zwei Wochen Landreise bevor. Doch das war nicht was mich zornig werden ließ. Dass meine Predacésso von Norrford bis nach Sagaslot transportiert wurde, beziehungsweise wird, bedeutet dass jemand fremdes, den ich keinen Vertrauen schenke, am Steuer meines Schiffes steht. Das ist Diebstahl, eine Beleidigung jeden Kapitäns!

Ridley war in der Lage meine Rage aufzuhalten indem er mir den Vorschlag unterbreitete diese forasischen „Tradition“ zu erwidern in dem wir uns auch an eines derer Schiffe bedienen. Ich überlegte kurz und mir viel auch direkt ein Schiff ein, doch der Halunke wäre sicherlich auch bereits abgefahren, wenn dieser nicht sogar der gleichen Problematik gegenübersteht. Doch wie so oft sprach Ridley nicht äußerst leise und der Bote war in seinem Vorschlag eingeweiht. Dieser erklärte uns direkt, dass es keine gute Idee wäre, wenn wir weiter an der Weltreise teilhaben möchten. Wir müssten diesen rauen Stein schlucken und der Aufgabe gegenübertreten. Mit der zögernden Hand am Säbel ließ ich meine Crew mit dem Boten allein. Wir müssen schlicht weg diese schreckliche Stadt verlassen und all das hinter uns lassen!

Doch dazu benötigten wir immer noch eine Mitfahrgelegenheit. Nach Norrford zu laufen hätte ich eventuell noch überstanden, doch bis Sagaslot werden meine Füße mich nicht tragen. Meine Crew schloss zu mir auf und wir betraten in verschiedenen Gemütern die Taverne. Ich steuerte direkt die Bar an und bestellte der stärksten Schnaps. Zu meiner Überraschung gesellte sich Ridley nach einer Weile zu mir. Er tat es mir gleich, doch reichte es ihm nach einem, denn dieser Schnaps brannte ihm wie Säure im Hals. Die Tavernenbesitzerin klärte uns auf, dass dieser sich Feuerzunge nannte. Selbst mancher Forasier weicht diesem Getränk. Da ich selbst noch innerlich kochte und mir die Galle im Hals gurgelte, spürte ich kaum was von der Feuerzunge.

Ich nehme an in dieser Zeit kümmerten sich die anderen um die Beschaffung eines Karrens. Bis auf Yig-Xud und Kofeï kam meine Crew zu uns und klärten uns über ihren Fortschritt auf. Sie fanden wohl am schwarzen Brett ein Aushang von jemanden namens Donnerspatz. Riju hatte Yig-Xud los geschickt um diese Person zu treffen.

Tatsächlich kam er, mit Kofeï im Gepäck, nicht viel später wieder. Donnerspatz war daran interessiert alle und insbesondere mich zu treffen, um die Sache zu besprechen. Ich kippte mir den letzten Becher Feuerzunge hinter und stand auf. Merkwürdiger Weise zeigte Kofeï auf sämtliche Dinge und Personen und rief immer wieder „Hurenzeugs“. Einige Forasier sahen uns sehr zornig an, was uns mehr anspornte die Taverne schneller zu verlassen. Offenbar war Kofeï daran interessiert das „Vögelchen“ zu sehen und hat sich wortwörtlich and Yig-Xud gehangen. Diese Donnerspatz hat angeblich einen regen Wortschatz und dort hat Kofeï dieses Wort aufgegriffen.

Wir begegneten Donnerspatz am Markt, wo sie dabei war ihren Karren zu packen. Und tatsächlich hörte man sie bereits Wörter um sich werfen, die ein Kind nie zu hören bekommen sollte. Sie beschimpfte ihr zu sperriges Gepäck, ihren viel zu kleinen Wagen und gelegentliche Passanten, die sie nur ansatzweise merkwürdig ansahen.

Doch als wir uns nahten machte sie einen sehr freundlichen Eindruck. Wir stellten uns im einzelnen vor und im Anschluss einigten wir uns als ihre Garde sie bis Nylanda vorerst zu begleiten. Ihr Ziel war leider nicht das gleiche, aber eventuell finden wir in Nylanda, auch wenn es ein kleiner Umweg ist, eine andere Gelegenheit. Donnerspatz war auch noch nicht Abfahrt bereit und so müssen wir uns bis zum Morgen gedulden. Widerwillig stimmte ich zu, den restlichen Tag für Einkäufe zu nutzen. Riju und Yig-Xud hatten sich im Turnier eine Belohnung verdient und da wollte ich nicht geizig sein. Yig-Xud fand auch einen neuen Dolch für sich, doch bevor er ihn sich kaufte kam er zu mir und bat um meinen fachmännischen Rat. Der Dolch war 800 Bitts und er wollte nur 500 ausgeben. Ich überließ ihm weitere 200 und er sollte versuchen den Preis hinunter zu handeln. Tatsächlich gelang es ihm und er erstand einen Dolch der Wirre. Ich bin gespannt ob diese Investition sich gelohnt hat. Riju nutzte diese Zeit für das allgemeine Nutzen. Sie war auf der Landreise als geübte Jägerin für unsere Versorgung verantwortlich. Daher besorgte sie sich eine anständige Jagdausrüstung. Donnerspatz hatte bereits grundlegende Kochutensilien dabei, doch dachte ich auch hier meine Expertise spielen zu lassen und ich erstand zusätzliche Utensilien sowie das ein oder andere Gewürz. Der hob mein Gemütszustand etwas an.

Ridley war irgendwo bei den Alchimisten verschwunden. Doch als er am Abend zu mir kam klärte er mich auf. Er hatte Cui bei sich. Die Beiden erklärten mir, dass sie gern noch einige Tage in der Stadt verbringen möchten. Sie wollen gemeinsam ein paar Experimente durchführen und das ginge auf der Straße schlecht. Ich nehme an die beiden wollen ihre Fähigkeiten ausbauen und voneinander lernen. Ungern trenne ich mich, auch wenn nur vorübergehend, von meinen Crewmitgliedern. Ich ließ sie mir versprechen, dass sie binnen einer Woche zu uns aufschließen müssen. Ebenso überließ ich ihnen etwas von unseren Bitts, dass sie hier schlafen und essen können.

Nun warte ich ungeduldig darauf, dass wir mit den ersten Sonnenstrahlen in die See… uns auf den Weg machen können. Ich hoffe nur, dass diese Reise ohne große Hindernisse und Probleme vorangeht und wir gut Zeit machen. Ich will Sagaslot erreichen und meine geliebte Predacésso wieder sehen.

-Kapitän Quonda

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