Von Rocho Blanka nach Norrford

Vorwort

Die Geschichte spielt auf dem Planeten Lygea. Für Kontextverständnis könnt ihr hier eine ganz grobe Übersicht zu den Völkern und der Welt lesen. Bei Interesse, tiefer in die Welt einzutauchen, empfehle ich unsere World Anvil Seite.

14. Teyember 1025, Das Jahr Aquems

Die Überfahrt von Rocho Blanka nach Norrford verging schneller als erwartet. Die geschätzten zwei Wochen haben wir überschritten, doch nun sind wir in unserem Zielort angelangt. Wir begegneten uns unbekannte und mächtige Kreaturen und neuen Freunden, doch stehen wir nun wieder einer weiteren Herausforderung gegenüber. Norrford probt meine Geduld, doch meinen Freunden zu Gute, werde ich mich beherrschen wollen. Doch lass mich zu erst von der Überfahrt schreiben.

Wir fuhren bereits einige Tage Richtung Osten, wie der Wind uns trug. Die Küste hinter uns war längst außer Sicht. Es war ungefähr der dritte oder vierte Tag als eine Kreatur aus reinem Wasser und Eis, sich der Predacésso näherte. Ungewöhnlicher Weise trug die Kreatur auch eine Eisenrüstung. Vermutlich Überreste von vorherigen Opfern.

Wir mussten uns, sowie das Schiff, verteidigen. Doch waren wir ein Mann weniger, da die Bewegungen der See wieder einmal Yig-Xud auf den Magen schlugen. Dennoch wehrten wir dieses Wesen, mit etwas Mühe, erfolgreich ab. Riju war in der Lage das Eis zu schmelzen und es auf dessen Ursprung zu reduzieren. Wir schienen jedoch in ein Revier solcher Elementare eingedrungen zu sein, denn am Folgetag stellten sich zwei davon uns erneut entgegen. Yig-Xud war allerdings wieder erholt und konnte uns zur Seite stehen. Diese Eisgolems waren vielleicht aus Wasser und Eis, doch konnte meine Animation ihnen kein relevanten Schaden zufügen. Also entschied ich mich in die Defensive zu gehen. Mit meinem Wasserarm fing ich die Eisspeere ab, bevor einer meiner Crew getroffen wurde. Ich war sogar gezwungen einen großen Wasserschirm über ein Großteil der Predacésso zu animieren, da die Kreaturen einen Eishagel beschworen hatten. Dieser Kampf kostete uns etwas mehr Aufwand und Schweiß als der Erste, dennoch überwältigten wir diese Beiden und konnten unsere Fahrt weiter in den Osten fortsetzen.

Wir hatten bereits über die Hälfte unserer Überfahrt hinter uns als wir ein Schiff in vermutlicher Not sahen. Ein Lindwurm, ein Drache der die Winde beherrscht, klammerte sich stark an ein Schiff. Wir wussten vorerst nicht, ob die Passagiere Wilderer sind und diesen Drachen jagen, oder dieser Drache das Schiff angriff. Zu guter Letzt entschieden wir uns dem Schiff zur Hilfe zu eilen, da wir verzweifelte Stimmen hörten.

Wir schossen mit unserer Ballista auf die Kreatur, doch war sie unberührt von diesen Attacken. Ein unsichtbarer Schild schien es zu schützen. Wir machten aus der Ballista eine improvisierte Harpune und schossen zu dem anderen Schiff herüber und boten Sicherheit auf unserer Seite an. Doch war die Crew dieses Schiffes treu und verteidigten es mit ihrem Leben. Sehr Ehrenhaft! Das verstärkte mein Wunsch ihnen zu helfen. Dieses Manöver machte allerdings den Lindwurm aufmerksam auf uns und mit einem schneidenden Kreisch erhoben sich sechs kleine Würmlinge. Diese spülte ich allerdings mit einer gezielten Welle aus dem Weg. Aber wieder, diese Welle prallte an einem unsichtbaren Schild vom großen Drachen ab. Nicht lange und die Würmlinge tauchten auch wieder auf. Waren diese Junge von dem Lindwurm, oder nur windmanifestierte Beschwörungen? Ich animierte wieder eine große Welle und schlug die sechs Würmlinge gegen den Rumpf des anderen Schiffes, an welchen diese dann auch zerschellte.

Dieser Kampf führte zu nichts und wurde frustrierend. Nicht nur für mich sonder auch für Yig-Xud, der an der Ballista stand. Er warf harsche Beleidigungen dem Drachen entgegen, als er den nächsten Pfeil lud. Offenbar verstand der Drache jedes Wort und richtete sich in seine Richtung. Die Luft um dieser Kreatur begann zu wabern und Yig-Xud schoss den Pfeil. Und Tatsächlich! Er traf und blieb stecken. Ich nahm die Möglichkeit wahr. Mit meiner Wasserfaust schlug ich den Pfeil tiefer in dessen Brust hinein. Mein Schlag schien stärker, als ich erwartet hatte, denn der Pfeil schoss auf der anderen Seite wieder heraus. Leider verfehlten wir das Herz, sonst hätten wir dieses Gefecht damit gewonnen. Dennoch war das ein heftiger Schlag, der die Furcht in dieses Wesen trieb. Nach einigen versuchen sich zu wehren, begann der Lindwurm die Flucht. Was ich aber unterschätze war Yig-Xuds Zorn. Er warf wieder harte Worte dem Wesen hinterher, was es dazu brachte zurück zu kehren und einen letzten Angriff ein zu leiten. Doch Riju war schnell zur Stelle und schleuderte die Kreatur ins Meer. Und es tauchte nicht mehr auf.

Wir warteten noch eine Zeit ab, bevor wir die Situation als sicher einschätzten. Das Seil unserer improvisierten Harpune verband immer noch unserer beider Schiffe. Die andere Crew lud uns zu ihrem Schiff ein, um uns zu danken. Wir betraten die Perideña, was der Name des Schiffes war, und dessen Crew stellte sich vor.

Zuerst stellte sich Vivianna vor. Die Navigatorin dieser Crew. Eine neugierige Dragnarierin, die wohl schneller reden als denken kann. Der erste Maat, Laiticia war eine Dragnarierin, die weiße Schuppen und blaue Kleider Trug. Sie war besonders an Ridley interessiert, da sie die Wissensbegierde eines Eveliten hatte. Dann war da noch der stämmige Diego. Ein Dragnarier mit der Statur eines Forasiers. Dieser war der Gardist des Schiffes, auch wenn er etwas schüchtern scheint. Diese Crew hatte dann noch ein Schiffsjungen. Dieser war der junge und stürmische Rowagier Wolkenbraus. Ich habe noch nicht so viele Rowagier gesehen, doch dass dieser keine Flügel hatte, schien mir ungewöhnlich.

Und dann war da noch die Kapitänin. Azurblaue Schuppen, Saphirgrüne Augen und ein Blick, welcher Selbstsicherheit und Stolz ausstrahlt. Ebenso strahlte sie das Gefühl aus, dass sie dir gleich all deine Bitts abnehmen würde. Eine pure und reine Dragnarierin. Ein wahrer Schiffskapitän, Namens Ninetta.

Nun, wir ankerten für den Rest des Tages und die Nacht an Ort und Stelle und speisten gemeinsam. Zum einen um uns kennen zu lernen und natürlich auch um das Geschäftliche zu besprechen.

Sie erzählten uns wie sie in diese Lage in erster Linie gekommen sind. Ein viel größeres Schiff jagte diesen Lindwurm auf die Perideña und verschwand dann auch wieder am Horizont. Nach einigen gezielten Fragen, schlussfolgerten wir, das dies wieder nur Asteihro gewesen sein konnte. Damit hatten wir den gleichen Rivalen.

Selbstredend haben wir sie aus reiner Selbstlosigkeit gerettet, dennoch verspürten sie eine Schuld uns gegenüber, die beglichen werden mussten. Es war auch gegen meine Natur diese ab zu lehnen, also begannen Ninetta und ich zu verhandeln. Dabei verflog nur so die Zeit. Die Kapitänin und ich waren am späten Abend immer noch am Tisch und verhandelten, als die anderen sich bereits in die Nachtruhe begaben. Wir einigten uns auf eine Preis von 160 Bitts und eine alte Kanone für die Predacésso. Dafür begleiteten wir sie weiter bis nach Norrford.

Am nächsten Morgen banden wir die Perideña ans Schlepptau und fuhren weiter gen Osten. Wir fuhren einige Tage und die zwei Mannschaften kamen sich immer näher und freundeten sich gut an. Kofeï und Wolkenbraus wurden auch sehr gute Freunde. Der kleine Forasier lernte auch einige Dummheiten von dem Schiffsjungen. Ninetta war immer an meiner Seite und gemeinsam navigierten wir die See.

Mein Glück lachte noch mehr als wir in der Ferne Schwarze Segel entdeckten. Piraten! Und es war sogar ein Dreimaster. Selten begegnete ich solch ein großes Piratenschiff, doch mit zwei Mannschaften sollte dies kein Problem sein. Wir evakuierten Vivianna, Laiticia, Cui, Silvi und Kofeï und stellten ihnen zum Schutz Diego. Diese waren sicher auf der Perideña, welche wir ankerten und von der Predacésso trennten. Mit Riju, Yig-Xud, Ridley und Wolkenbraus an Deck und Ninetta an meiner Seite waren wir bereit für mein berüchtigtes Manöver!

Die Piraten sahen uns nicht kommen. Wir nahmen fahrt auf und ich schlug das Ruder ein. Die Geschwindigkeit, das Manövrieren und das Bevorstehende schien Ninetta sehr zu gefallen, denn sie grinste über beide Ohren. Als die Piraten uns entdeckten, war es längst zu spät. Wir rammten ihr Backbord und schlugen ein großen Riss in die Seite. Unsere Galionsfigur versank den Schnabel in deren Deck und verankerte die Predacésso mit dem Piratenschiff. Durch den Aufschlag flogen ein Großteil der forasischen Piraten über Bord und es blieben nur noch drei mit ihren Kapitän.

Ridley kümmerte sich mit Leichtigkeit um den Piratenkapitän. Wir wissen, dass Piraten einen schwachen Geist haben und Ridley mit seinem Nachtschwarm leichtes Spiel hat. Die anderen Piraten ließen sich vom Rest der Crew besiegen. Einer von ihnen ergab sich sogar, was uns in Norrford eine gute Summe einbringen sollte.

Seither war Ninetta Tag für Tag immer interessierter und wir verbrachten viel Zeit mit einander. Hin und wieder überließ ich Ridley das Steuer und wir unterhielten uns über unsere Abenteuer und Vergangenheit. Sie gestand mir, dass sie schon einige Zeit vor der Weltreise keinen Mann mehr hatte. Jedenfalls keinen, der sie beeindruckte. Ich denke sie spielte auf das Piratenmanöver an. Wir hatten die letzten drei Tage so den Abend verbracht. Am dritten Abend verließ sie jedoch nicht meine Kajüte. In dieser Nacht teilten wir uns mein Bett.

Zu unserem Leid, konnte dies nicht vor den beiden Mannschaften verheimlicht werden . Wir vergnügten uns in dieser Nacht recht laut und das ließen uns die anderen immer wieder wissen. Doch berührte uns das nicht sonderlich, da wir seit langem wieder entspannt waren. All der Druck und Verantwortung waren, jedenfalls für eine Zeit, vergessen. Ninettas Zuneigung zu mir hatte sich jedoch in den folgenden Tagen normalisiert. Das ist aber nicht ungewöhnlich. So sind die Dinge nun einmal für die Dragnarier.

Es vergingen nicht viele Tage als wir Norrford erreichten. Wir kamen etwas weiter nördlich Norrfords an und mussten unseren Kurs Südwärts an der Küste entlang korrigieren. Die Soventi läutete nicht viel später und wir erreichten den Hafen der Stadt. Wir legten an, tauschten das vereinbarte aus und verabschiedeten uns in herzlicher Freundschaft. Doch im Treiben der Stadt liefen wir uns dennoch immer wieder mal über den Weg. Wir brachten unsere Schiffe zur Werft und dort stellte sich überraschender Weise uns die Bürokratie in den Weg. Es wurden die Länge, Breite, Höhe und viele andere Details aufgenommen, sowie natürlich was repariert werden musste. Diese Auflistung mussten wir zum Rathaus bringen und dort eine genehmigende Unterschrift einholen. Noch dazu war der Preis unverschämt hoch, der ebenso direkt im Rathaus bezahlt werden musst.

Nach Verhandlungen und Beschwerden machten wir uns letztendlich auf dem Weg ins Rathaus. Der Beamte war einer der langsamen Sorte. Noch dazu machte all das wenig Sinn, was er uns erzählte. Ridley begutachtete dann die Dokumente, die von uns aufgenommen wurden und entdeckte unzählige Widersprüche und Ungereimtheiten. Dennoch der Beamte ließ sich nicht bezeugen und wir verließen das Rathaus mit den unterschriebenen Zetteln.

Wir machten uns also wieder zurück auf dem Weg zur Werft. Dort sahen wie zu unserem überraschen, dass die Reparaturen doch schon begonnen wurden. Auf unser Fragen hin eröffnete sich der Werftarbeiter der Wahrheit. Wir sind bereits mitten in der nächsten Station der Weltreise. Ein Teil unserer Crew, also Silvi, Cui und Kofeï, sind bereits auf dem Weg nach Trøja. Wir sollen sie über den Landweg hinterher reisen. Doch werden wir sie dort nicht einfach nur finden, wir müssen ein Turnier gewinnen, um sie zurück zu gewinnen

Zum Einen, wir sollen die Predacésso zurück lassen und zum anderen sollen wir unsere Freunde bei einem Turnier zurück gewinnen!? Die ganze Sachen mit dem Werftvertrag war nur eine Ablenkung, um genug Zeit zu haben unsere Freunde zu entführen. Sowas gibt es doch nur bei den Forasiern. Sie versicherten uns allerdings, dass die Predacésso uns in Trøja auch erwarten wird. Doch traue ich dem nicht ganz, besonders da Trøja nicht an der Küste liegt.

Nagut, meine Crew hat mich vorerst beruhigt. Wir werden es einfach schnell hinter uns bringen und dann die Fahrt MIT unseren Freunden weiterführen. Morgen werden wir uns eine Möglichkeit suchen schnell diesen Weg hinter uns zu bringen. Zu Fuß würde es mir viel zu lange dauern.

-Kapitän Quonda

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